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Aus weißen und brauen Papierschnitzeln in Tassen werden Milch und Kaffee.

Nachdem der Zauberkünstler zwei Kästchen, von denen der eine mit weißen, das andere mit braunen Papierschnitzeln gefüllt ist vorgezeigt hat, reicht er jemandem aus dem Publikum zwei leere Tassen oder Becher zur Untersuchung, und füllt, nachdem er sie zurückerhalten, die eine Tasse mit weißen und die andere mit braunen Papierschnitzeln.



Dann füllt er ein leeres Wasserglas mit Kleie und stülpt eine im Beisein des Publikums gedrehte Papiertüte darüber. Während der Künstler nochmals zeigt, dass beide Tassen ganz mit weißen respektive braunen Papierstückchen gefüllt sind, verwandeln sich die Weißen plötzlich in Milch und die anderen in Kaffee. Das mit Kleie gefüllte Glas ist dagegen nach Wegnahme der Tüte mit Zucker oder einem kleinen Kuchen gefüllt.



Zu den Kästen, die zur Aufnahme der Papierschnitzel dienen, eignen sich am besten zwei gewöhnliche Zigarrenkisten. Die Papierschnitzel werden aus Pyropapier hergestellt. Dieses Papier besitzt infolge seiner chemischen Präparation die Eigenschaft, sobald es mit Feuer in Berührung kommt, blitzschnell zu verbrennen, ohne dabei Rauch zu entwickeln oder die geringste Spur von Asche zu hinterlassen.



Da das Pyropapier nur in weißer Farbe erhältlich ist, müssen diejenigen Bögen, die die braunen Schnitzel abgeben sollen, vor dein Zerkleinern auf irgendeine Weise dunkelbraun gefärbt und anschließend wieder gut getrocknet werden. Man kann jedoch auch, falls man diese Mühe scheut, beide Tassen mit weißen Papierstückeben füllen, in diesem Fall wird das zweite Kästchen dann entbehrlich.



In den Behälter mit den weißen Schnitzeln stellt man vor Beginn der Vorstellung eine kleine mit Milch gefüllte Tasse, deren obere Öffnung durch eine aus Pyropapier geschnittene Scheibe verschlossen ist, auf die man einige von den im Kästchen enthaltenen Papierstückehen häuft. Auch im Übrigen muss die Tasse ganz von den Papierschnitzelchen verdeckt sein, so dass sie beim flüchtigen Vorzeigen nicht bemerkt werden kann.



Eine gleiche Tasse verbirgt man ebenso in dem anderen Kästchen, nur befüllt man sie statt mit Milch mit Kaffee an und schließt die Öffnung mit einer braungefärbten Pyropapierscheibe.



Es empfiehlt sich, unter den Papierscheiben, durch die die Öffnungen der Tassen verschlossen sind, zwei sich kreuzende, ganz feine Drähte von der Länge des Scheibendurchmessers anzubringen: Dadurch wird das oft verkommende Hineinfallen des sehr weichen Pyropapiers in die Tassen vermieden, und außerdem sichert diese einfache Vorrichtung ein vollständiges Verbrennen des Pyropapiers.



Hat man nun zwei gleiche (leere) Tassen, wie die, die in den Kästchen stehen, untersuchen lassen, so füllt man sie scheinbar mit Papierschnitzeln; in Wirklichkeit aber verbirgt man die vorgezeigten leeren Tassen in den Kästchen und holt dafür die darinstehenden mit Milch respektive Kaffee gefüllten Tassen hervor. Die Zuschauer, die bei diesen Tassen, die auf den mehrfach erwähnten Papierscheiben liegenden Schnitzel blicken, glauben, dass die Tassen ganz mit diesen Papierstückchen gefüllt sind.



Soll nun die Verwandlung vor sich gehen, so entzündet der Künstler beim flüchtigen Vorzeigen der Tassen scheinbar aus Versehen die darin enthaltenen Papierschnitzel an der Flamme einer auf dem Zaubertisch stehenden Kerze, oder - was noch effektvoller ist, heimlich mit Hilfe eines sogenannten „Lichtanzünders“, worauf die Papierschnitzel samt der Papierscheibe, auf der sie liegen, unter Blitzfeuer spurlos verschwinden, so dass nun der wirkliche, aus Kaffee respektive Milch bestehende Inhalt der Tassen sichtbar wird.



Falls man unter den Papierscheiben zwei feine Drähte in der vorher beschriebenen Weise angebracht hatte, so liegen dieselben jetzt frei über der Tassenöffnung und können mit leichter Mühe unbemerkt entfernt werden.



In dem Glas, in dem sich die Kleie in Zucker oder Kuchen verwandeln soll, nimmt man ein Glas von zylindrischer Form und fertigt dazu einen Papierzylinder an, der so groß sein muss, dass er den ganzen inneren Raum des Glases ausfüllt. Darauf stellt man das Glas umgekehrt auf ein Stück Papier, fährt mit einem Bleistift um das Glas herum, schneidet den auf diese Weise erhaltenen Kreis mit einer Schere sauber aus und klebt ihn als Boden auf den Papierzylinder.



Dann bestreicht man ihn auf der Außenseite mit Klebstoff und wälzt ihn in Kleie herum, bis er außen ganz und gar damit bedeckt ist. - Vor Beginn der Vorstellung füllt man diesen Zylinder mit Zucker oder Kuchen, um ihn alsdann in einem mit Kleie gefüllten Kästchen zu verbergen, und zwar muss der Zylinder derartig platziert sein, dass sein offenes Ende gegen eine Wand des Kastens liegt.



Wenn man nun bei der Vorführung das zuvor leer gezeigte Glas scheinbar mit Kleie befüllt, schiebt man den Zylinder, das offene Ende nach unten in das Glas und häuft, um die Täuschung vollständig zu machen, noch etwas Kleie auf den nach oben gerichteten Boden des Zylinders.



Es hat nun ganz den Anschein, als sei das Glas tatsächlich mit Kleie angefüllt, und es werden selbst nahe sitzende Zuschauer die Täuschung nicht bemerken. Sodann dreht man aus einem Stück Papier eine Tüte und bedeckt damit das Glas.



Beim Abnehmen nimmt man die Täte da, wo man den Rand des darunter stehenden Glases vermutet mit dem Daumen und Zeigefinger der rechten Hand, drückt sie etwas zusammen und hebt sie auf. Dabei wird der im Glas steckende Einsatz, dessen Boden sich in der Tüte festklemmt, mit aus dem Glas gehoben, so dass dasselbe nun, da der Inhalt des Einsatzes darin zurückblieb, mit Zucker beziehungsweise Kuchen gefüllt erscheint. Die Täte, samt dem darin enthaltenen Zylinder, ballt der Künstler zusammen und wirft sie achtlos beiseite.



Eine hübsche Erweiterung des in Rede stehenden Kunststückes bestellt darin, den Kaffee wieder in Papierschnitzel zu verwandeln. Man braucht dazu eine eigens zu diesem Zweck hergestellte Tasse, die aus Blech gefertigt ist und im Boden ein durch Malerei geschickt verborgenes, erbsengroßes Loch hat, in das ein mit dem hohlen Tassenhenkel in Verbindung stellendes Röhrchen
mmündet.



Wird nun Kaffee in dieses Röhrchen gegossen, so läuft er durch das Loch im Boden der Tasse und durch deren hohlen Griff in die mit einem doppelten Boden versehene Untertasse ab, sodass daraufhin die Tasse leer vorgezeigt werden kann.



Der Effekt ist noch größer, wenn man nach dem Leerlaufen der Tasse unbemerkt eine Hand voll Papierschnitzel in dieselbe bringt und diese dann ins Publikum schüttet, mit der Bemerkung, der Kaffee habe sich wieder in das verwandelt, woraus er entstanden ist: nämlich in Papierschnitzel.



Bei Ihnen wird vielleicht die Frage aufkommen, warum der Kaffee nicht direkt durch das Loch im Boden der Tasse ausläuft, sondern erst den hohlen Henkel derselben durchließen muss, das hat den Vorteil, dass man das Loch, selbst wenn man die Tasse gegen das Licht hält, nicht wahrnehmen kann, und ferner, dass eine in das Gefäß gegossene Flüssigkeit erst dann abzulaufen beginnt, wenn die Tasse ganz damit gefüllt ist.








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