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Ohne seine Freunde und Kollegen wäre er niemals zu dem geworden, der er jetzt ist.

Zauberkünstler Matthias Drechsel hat unseren Fragebogen ausgefüllt und an die Redaktion zurückgeschickt:

Frage: Wie ist Ihr Name?
Antwort: Matthias Drechsel

Frage: Verraten Sie uns, wann sie geboren sind?
Antwort:
Am 6. Mai 1969

Frage: Wo leben Sie?
Antwort: Jetzt in Eppelsheim in Rheinhessen, zuvor in Hessen und bei Berlin. Geboren und aufgewachsen in der ehemaligen DDR im Vogtland.



Frage: Wie sind Sie zur Zauberkunst gekommen?
Antwort: Durch unsere Kirchengemeinde. Einmal pro Jahr, in den Herbstferien kam der faszinierende Jugenddiakon, Fritz Reschke, zu uns nach Reichenbach. Es faszinierte mich nicht nur mit spannenden Geschichten, sondern auch durch die Zauberkunst. Da ich schon immer jemand war, der den Dingen auf den Grund gehen wollte, probierte ich so lange, bis ich die ersten Effekte selbst herausfand. In der DDR war es schwierig darüber hinaus viel Hilfe zu bekommen. Requisiten musste ich alle selbst bauen. Da ich aber bereits als Kind sehr gern bastelte, war das für mich kein Problem. Ok, manche Effekte waren dann eher noch sehr kindlich gestaltet. Die große Flaschenwanderung war dann praktisch ein Senfbecher und ein Salzstreuer. Doch ich konnte mich mit vielen Grundtechniken auseinandersetzen. Etwas später bekam ich auch einen Zauberkasten geschenkt und ergatterte das Buch „Handbuch der Magie“ von Jochen Zmeck. Wobei mir erst viel später klar wurde um welchen Schatz es sich bei diesem Buch handelt.

Frage: In welchem Alter haben Sie mit dem Zaubern begonnen?
Antwort:
Nach meiner Erinnerung war das zwischen dem 7. und 8. Lebensjahr.

Frage: Haben Sie ein Spezialgebiet der Zauberkunst?
Antwort:
Ich mag sehr gerne mit meiner Kunst Geschichten erzählen und diese dann mit den Effekten zum Leben erwecken. Zudem bin ich ganz besonders viel mit Gospelmagic unterwegs. Ich bin Christ und freue mich auf diese Art und Weise anderen Menschen von meinem Glauben zu erzählen. Im Luther-Jahr war ich beispielsweise mit einem Luther-Programm in vielen Kirchen und Gemeinden unterwegs, aber auch an vielen anderen Orten, viel beispielsweise Schlösser, Burgen aber auch einem Golf-Club.

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Frage: Welche Sparte liegt Ihnen nicht so?
Antwort:
Ich bewundere die Kartenkünstler-Kollegen. Selbst habe ich da jedoch sehr wenig im Programm. Das liegt aber mehr an praktischen Dingen. Da ich meist vor größerem Publikum auftrete, ist dies eher unpraktisch.

Frage: Was fasziniert Sie an der Zauberkunst?
Antwort:
Ich liebe es zu tüfteln, Requisiten zu bauen und natürlich auf der Bühne zu stehen. Aber vor allem fasziniert es mich, dass durch Zauberkunst auch Erwachsene wieder etwas Kindliches in sich entdecken können und einfach staunen können. Diese Momente, sind durch kein Geld der Welt zu bezahlen.

Frage: Was war Ihr aufregendstes Engagement?
Antwort:
Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn da käme viel in Frage: beispielsweise besondere Zuschauer, besonders viele Zuschauer, besondere Orte. Das aber vielleicht größte Wagnis war die Dokumentation mit dem SWR in der Reihe „Gott und die Welt“. In dem 60-minütigen Beitrag wurde gezeigt, was ich mit Gospelmagic meine. Das Wagnis bestand vor allem darin, dass ich nicht wusste, was zum Schluss bei der Dokumentation herauskommt. Auch wenn dies inzwischen schon Jahre her ist und ich inzwischen vieles anders machen würde, kam aus der damaligen Sicht doch Positives heraus.



Frage: Welche Panne ist Ihnen bei einem Auftritt passiert?
Antwort:
Neben Dingen, die vermutlich jedem passieren, ein unsichtbarer Faden ist kurz vor der Vorstellung gerissen, irgendetwas ist „unsauber“ gelaufen oder aus der Hand gefallen kann ich mich sehr gut an eine Vorstellung erinnern. Es sollte eine Routine mit Gelscheinen werden. Zuvor hatte ich mir extra von der Bank noch einen 10 Euro schein geholt, der dabei erscheinen sollte. In dem Moment, als ich mit der Nummer begonnen hatte, fiel mir ein, dieser Gelschein ist jetzt noch in meiner Geldbörse, in meiner Hose, in meinem Auto, vor der Halle und nicht da, wo ich ihn gleich heimlich laden wollte. Es musste dann etwas anderes erscheinen.

Frage: Was ist der Effekt Ihres Lieblingskunststücks?
Antwort:
Ich liebe inzwischen den Effekt „Puzzle des Lebens“. Zu Anfang war ich da jedoch eher skeptisch, da es eher ein leiser Effekt ist, der sich immer weiter aufbaut und nicht der einmalige große Aha-Effekt. Auf diesen Effekt werde ich auch nach jedem Programm von Zuschauern angesprochen und er bleibt ihnen ganz besonders in Erinnerung.

Frage: Haben Sie selbst ein Zauberkunststück entwickelt?
Antwort:
Bei dieser Frage bin ich sehr vorsichtig. Ich muss oft schmunzeln, wenn Kollegen behaupten „Das habe ich allein entwickelt“. Bei genauerem Hinsehen gibt es zwar vielleicht neue Requisiten aber die Grundidee ist meist schon sehr alt. Ich habe viele Kunststücke verändert, vielleicht sogar für mich weiterentwickelt und für mich passend gemacht. Dies ist für mich auch extrem wichtig. Jedoch ohne das entsprechende Grundlagenwissen, wäre es dazu niemals gekommen.



Frage: Wie reagiert Ihr Umfeld auf Ihre künstlerische Tätigkeit?
Antwort:
Fast ausschließlich sehr positiv. Früher war ich im Medienbereich selbständig. Erstaunlicherweise habe ich den Eindruck, dass man als Künstler deutlich mehr „ernst“ genommen wird und auch die Wertigkeit deutlich höher ist. Als Dienstleister im Medienbereich ging es meist um den Preis. Wobei gar nicht so sehr die Frage war, was jemand bezahlen kann – sondern was jemand bereit ist auszugeben. Das erlebe ich jetzt als Künstler anders. Sicher bleibt manchmal die Frage, was jemand zahlen kann. Doch die Frage der Wertigkeit stellt sich kaum noch.

Frage: Sind Sie Mitglied in einer magischen Vereinigung?
Antwort:
Ich bin Mitglied in der „Gemeinschaft christlicher Zauberkünstler e.V.“ Ohne diese Freunde und Kollegen wäre ich niemals zu dem geworden, was ich jetzt bin.

Frage: Wie gehen Sie mit Lampenfieber um?
Antwort:
Ich finde, das gehört einfach dazu und ich auch ein schönes Gefühl, trotz Lampenfieber, etwas geschafft zu haben. Ganz praktisch versuche ich mein Programm mit etwas zu beginnen, wo ich mich absolut sicher fühle. Wenn ich dann mit dem Publikum warm geworden bin, ist das Lampenfieber meist weg und ich genieße die Zeit auf der Bühne.



Frage: Wie oft üben Sie Ihre Tricks?
Antwort:
Ich beschäftige mich im Grunde ständig mit Zauberkunst, probiere, übe und versuche aus bekannten Kunststücken, eine eigene Routine zu machen. Wobei ich jedoch eher selten Effekte verwende, die von der Handhabung extrem viel Übung erfordern, wie beispielsweise Kartenmanipulation. Das sehe ich sehr gern bei Kollegen, ist mir aber für mich selbst oft zu aufwendig. Dafür baue ich fast alles Requisiten noch immer selbst – und dies inzwischen anders (und besser) als damals als Kind. Dabei geht es mir gar nicht darum, Kosten zu sparen. In den allermeisten Fällen habe ich das Original-Requisit gekauft. Jedoch passt es in der Ausführung oft nicht zu meiner Geschichte.

Frage: Haben Sie Tipps, um neue Tricks einzustudieren?
Antwort:
Geduld haben, etwas ganz Persönliches aus einem Effekt machen und keinesfalls einen Vortrag eines Kollegen kopieren. Denn wie gut der Vortrag auch sein mag, einmal will ich diesen nicht „klauen“ aber vor allem kann dieser niemals wirklich zu mir passen.

Frage: Was planen Sie als nächstes?
Antwort:
In der letzten Zeit musste ich mit Auftritten leider deutlich kürzertreten. Zu den Pandemie-Problemen, die wir alle hatten, kam bei mir hinzu, dass ich längere Zeit meine Mutter betreut und gepflegt habe. Dies hatte absolute Priorität. Da meine liebe Mutti jedoch inzwischen verstorben ist werde ich wieder deutlich mehr auf der Bühne sein. Zudem hat sich nach unserem Umzug eine neue Möglichkeit ergeben. Wir haben eine Halle, die ich zu einer „Werkstatt der Wunder“ umbauen will, um in absehbarer Zeit auch bei uns Programme spielen zu können.



Frage: Was empfehlen Sie Zauber-Anfängern?
Antwort:
Nicht entmutigen lassen, fleißig üben und aus gekauften Kunststücken etwas ganz Persönliches machen. Lieber wenige Effekte sehr gut als ganz viel in schlechter Qualität vorführen. Und Kollegen um Rat fragen. Ich habe immer wieder erlebt, wie wertvoll die Hilfe von erfahrenen Kolleginnen/Kollegen ist.

Frage: Was zeichnet Sie aus oder ist an Ihnen besonders?
Antwort:
Das Besondere bei mir ist sicher vor allem, dass ich meist mit Gospelmagic in Kirchen und Gemeinden unterwegs bin. Auch in unserem Verein, gibt es nur wenige Kollegen (Kolleginnen kenne ich so gar nicht), die regelmäßig damit unterwegs sind. Viele betreiben die Zauberkunst eher als Hobby (wenn auch in sehr guter Qualität) sind aber schon aus Zeitgründen eher selten auf der Bühne. Andere sind oft Hauptamtliche, zum Beispiel Pfarrer oder Jugenddiakone, die die Zauberkunst dann im Rahmen ihrer Arbeit einsetzen, aber selbst kaum mit eigenen Programmen unterwegs sind.

Frage: Was möchten Sie uns noch mitteilen?
Antwort:
Es ist für mich ein echtes Wunder, dass auch Erwachsene wieder wie ein Kind staunen können, wenn sie die scheinbaren Wunder der Zauberkunst erleben.

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.


 

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