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Von CloseUp, Table-Hopping, Street-Magic, Manipuliation bis über Großillusionen fand Tom Prinz seinen Weg zum Sprecher für StandUp-Zauberkunst.



Zauberkünstler und Bauchredner Tom Prinz hat unseren Fragebogen ausgefüllt und an die Redaktion zurückgeschickt:

Frage: Wie ist Ihr Name?
Antwort: Tom Prinz

Frage: Verraten Sie uns, wann sie geboren sind?
Antwort:
11.11.19XX

Frage: Wo leben Sie?
Antwort: Düsseldorf



Frage: Wie sind Sie zur Zauberkunst gekommen?
Antwort: Mit 6 Jahren durch einen Zauberkasten. Den kaufte mein Vater beim legendären Zauberkönig in Berlin bei Regina Schmitt. Bis auf die Spielkarten war alles aus Holz (u.a. Kugeldose, kleine Schnurstäbe, Kellentrick). Der Kasten ging über die Jahre durch Umzug verloren, doch das Deckblatt vom Karton hängt eingerahmt an der Wand.

Frage: In welchem Alter haben Sie mit dem Zaubern begonnen?
Antwort:
Wie erwähnt bekam ich mit 6 den Zauberkasten. Im jungen Teeny Alter wurde das Hobby intensiver. Ich nahm Kontakt mit Zauberern meiner Geburtsstadt Berlin auf und fand in Maldino einen erfahrenen weltgereisten Lehrer. 1989 wurde ich Profi.

Frage: Haben Sie ein Spezialgebiet der Zauberkunst?
Antwort:
Stand Up Zauberei (ich orientiere mich dabei an Künstler wie Marvelli jun. Paul Potassy und auch an Ted Lesley, von dem ich auch sehr sehr viel gelernt habe. In Erinnerung an ihn führe ich in meinem Soloprogramm Phänomene als Zugabe seinen Trick „bendig Glases“ mit zwei Weingläsern und einer Weinflasche vor.



Frage: Welche Sparte liegt Ihnen nicht so?
Antwort:
Ich habe in meiner langen Zauberzeit quasi alles ausprobiert. Von CloseUp, Table-Hopping, Street Magic, Manipulation und auch Großillusion. Table Hopping und Straße waren absolut nicht meins. Großillusion war mir einfach zu aufwendig und wie auch bei einer Manipulationsnummer gibt es hierfür zu wenig Auftrittsangebote. Somit entschied ich mich als Sprecher für StandUp und trete bei Dinner-Shows in First-Class-Hotels und Sterne-Restaurants auf, sowie bei Familienfesten oder Rheinkreuzfahrten.

Frage: Was fasziniert Sie an der Zauberkunst?
Antwort:
Als Sprecher ist es faszinierend mit welchen einfachen Mitteln, wenig Aufwand und mit leichtem Gepäck den Leuten besondere Momente gebracht werden können.

Frage: Was war Ihr aufregendstes Engagement?
Antwort:
Seit Mitte der 80er trete ich als Bauchredner und Zauberkünstler auf. Hier gab es viele aufregende Auftritte. In der Waldbühne vor 20.000 Leuten, in der Westfalenhalle, in der Köln Arena, ich wurde kurzfristig ins Programm von „ZauberZaube“r genommen und war drei Wochen im Theater des Westens, eine Show lange vor David Copperfield in der Deutschen Oper.



Frage: Welche Panne ist Ihnen bei einem Auftritt passiert?
Antwort:
Eine Panne, an die ich mich erinnere war, das ich das Fallbeil zeigen wollte, den Trick quasi schon ankündigte und eine Zuschauerin bereits auf der Bühne war, als ich merkte das Requisit liegt in der Garderobe. Da musste ich umdisponieren, machte einen anderen Trick. Dann ging ich von der Bühne ab holte das Fallbeil und es ging weiter.

Frage: Was ist der Effekt Ihres Lieblingskunststücks?
Antwort:
Hm, nun „bendig Glas“ als Hommage an Tes Lesley mache ich gerne, oder den verbrannten Geldschein in einer Routine, die so nur von mir gezeigt wird. Der Schein verbrennt quasi sichtbar durch eine Kerze und erschein in einer verschlossenen Holzschatulle, welche bereits die ganze Zeit von einem Zuschauer gehalten wird.

Frage: Haben Sie selbst ein Zauberkunststück entwickelt?
Antwort:
Einen Trick entwickelt oder erfunden nicht, jedoch oft eigene Routinen.



Frage: Wie reagiert Ihr Umfeld auf Ihre künstlerische Tätigkeit?
Antwort:
Mit Freude und sie lassen sich gerne verzaubern.

Frage: Sind Sie Mitglied in einer magischen Vereinigung?
Antwort:
Nein. Ich war Mitglied des Magischen Zirkels Berlin und hier auch an der Gründung der Nachwuchsarbeit zusammen mit Argola beteiligt. Auch im MZvD, sowie bei den Magischen Nordlichtern war ich Mitglied, doch irgendwann gab mir dieses Vereinsleben nichts mehr.

Frage: Wie gehen Sie mit Lampenfieber um?
Antwort:
Oh ganz schlimm. Ich laufe Backstage wie ein Tiger im Käfig. Es ist einfach nur furchtbar. Doch es ist auch schön, dass es da ist, denn solange ich Lampenfieber habe, habe ich vor dem was ich tue und besonders vor meinem Publikum Respekt. Solange ich Lampenfieber habe, weiß ich, dass es mir Spaß macht zu zaubern.



Frage: Wie oft üben Sie Ihre Tricks?
Antwort:
Das kommt auf die Tricks an, welchen Schwierigkeitsgrad sie haben. Ich bin ehrlich, ich bin faul, ich mache gerne sogenannte Selbstgänger um mich voll auf den Verkauf konzentrieren zu können. Möchte ich einen neuen Trick ins Programm nehmen, wird täglich geübt.

Frage: Haben Sie Tipps, um neue Tricks einzustudieren?
Antwort:
Nicht wirklich. Das ist auch von Kategorie zu Kategorie verschieden. Zum Beispiel bei Großillusionen oder Manipulation, wo man stumm agiert, muss man nicht nur den Trick als solchen, sondern auch die Bewegungen zu Musik, die Dramaturgie üben. Als Sprecher muss man an seiner Aussprache üben - nicht nur den Trick vor dem Spiegel.

Frage: Was planen Sie als nächstes?
Antwort:
Ehrlich? Nicht mehr viel. Ich werde im November 60 Jahre alt, stehe dann 55 Jahre auf der Bühne (habe noch vor der Zauberei mit Tanz auf der Bühne gestanden), seit über 30 Jahren bin ich Profi. Ich bereiste halb Europa mit Großillusion, als Bauchredner und Sprech- beziehungsweise Stand-Up-Zauberer gastierte ich in großen Hallen (Waldbühne, Köln Arena, Westfalenhalle etc.), ich habe in sehr guten Häusern gespielt - mache es immer noch. Neues wird mit 60 nicht mehr kommen. Was ich plane, ist mein Geburtstag mit Jubiläum. Das wird eine große Gala mit Dinner und tollem Programm.



Frage: Was empfehlen Sie Zauber-Anfängern?
Antwort:
Da zitiere ich meinen Lehrer Maldino: Zaubern ist ein tolles Hobby - doch kein Beruf. - Leider hat er meine Profi-Laufbahn nicht miterlebt.
Es war bei mir Schicksal, dass ich Profi wurde, es ist ein knallhartes Geschäft mit sehr viel Neid. Ich empfehle es niemanden. Wer es werden will, muss sich ganz sicher sein. Auf jeden Fall gilt üben üben üben.
Und ganz wichtig: finde Deinen Stil - Deinen eigenen Stil. Einen Künstler zu kopieren, bringt absolut nichts. Ich sah ein junges Bengelchen mit Pubertätspickeln im Gesicht. Er hatte die schwebende Glitzerkugel zu Leonard Gershwin von David Copperfield gesehen. Im offenen weißen Hemd führte er zu selben Musik mit denselben Gesten eine schwebende Kugel vor. Der Junge tat mir leid. Findet Euren eigenen Stil!


Frage: Was zeichnet Sie aus oder ist an Ihnen besonders?
Antwort:
Mein Umgang mit dem Publikum ist stets zuvorkommend. Das TOP-Lifestyle-Magazin schrieb: „Toms Darbietung ist charmant, humorvoll, verblüffend, manchmal etwas frech - doch immer mit Niveau.“ Und diesen Umgang, diese charmante Präsentation, die auch leicht frech sein darf, habe ich mir von Marvelli sowie Paul Potassy abgeguckt, die kleinen Frechheiten lernte ich von Ted Lesley.

Frage: Was möchten Sie uns noch mitteilen?
Antwort:
Die Szene hat sich wie so vieles verändert - nicht immer zum Vorteil.
Ich vermisse diese schönen Kongresse wie die von The Magic Hands/Manfred Thumm. Hier wollte man sehen und gesehen werden, die Gala war ein gesellschaftliches Ereignis. Da fehlten quasi nur der rote Teppich und die Fotowand. Sowas gibt es heute nicht mehr. Galas werden weniger. Heute werden Zauberer zu furchtbaren Incentive-Events. Das ist doch keine Bühne für anspruchsvolle Zauberkunst. Dann treten heute hemdsärmelige Akteure auf, das Hemd über der Hose. Ich habe gelernt sei stets etwas besser gekleidet als dein Publikum. Ich trete daher immer im dunklen Anzug mit Weste oder Smoking auf.  Und ich vermisse die schönen Zauberläden, die es früher in Fußgängerzonen gab. Man ging nicht nur hin, um was zu kaufen, nur mal zum Klönen auf einen Kaffee. Ok. rein wirtschaftlich heute nicht mehr finanzierbar. Doch das Schlimmste ist, das es sich Händler sehr einfach machen und den Trick wie bekommen in ihren Onlineshop stellen. Keine deutsche Effektofferte (bis auf wenige Händler), kaum noch deutsche Erklärungen. Der Kunde hat gefälligst Englisch zu lernen und kann sich das alles selbst übersetzen. Sowas gab es bei Magic Hands/Thumm oder auch früher bei Vienna Magic nicht. Katalog, Beschreibungen alles in Deutsch. Kritisiert man dieses, fliegt man aus der Kundenliste und wird nicht mehr beliefert. Hier vermisse ich einfach Service - der geht auch in der heutigen Zeit, auch online.

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.


 

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